Praxisfinanzen

Förderpaket für E-Mobilität beschlossen


E-Mobilität  Nachhaltigkeit und Ökologie zu fördern, steht aktuell ganz oben auf der Agenda der Bundesregierung. Das Ende Juli beschlossene Maßnahmenbündel verlängert vor allem Regelungen, die schon seit Anfang des Jahres gelten.


Text: Ulrike Scholderer

Der Verkehr soll klimafreundlicher werden. Die Bundesregierung will zu diesem Zweck ein milliardenschweres Steuerpaket zur Förderung der E-Mobilität auf den Weg bringen. Bislang bleibt die Anzahl der E-Autos weit hinter den Erwartungen der Bundesregierung zurück. Das einst ausgerufene Ziel von 10 Millionen Elektrofahrzeugen bis zum Jahr 2020 ist längst unerreichbar geworden. Ende 2018 waren gerade mal 83.000 Elektroautos auf deutschen Straßen zugelassen. Hinzukommen 341.000 Hybridfahrzeuge, die einen Batteriebetrieb mit einem Verbrennungsmotor verbinden. Jetzt erklärte das Bundesverkehrsministerium, die Marke von 10 Millionen E-Autos solle bis 2030 erreicht werden.

Elektro- und extern aufladbare Hybridfahrzeuge

Trotz des Abgas-Skandals sind nach wie vor die meisten Dienstwagen Diesel. Elektroautos gelten vor allem wegen der höheren Anschaffungskosten schlicht als unattraktiv. Zum 1. Januar 2019 wurde deshalb die Dienstwagenbesteuerung für E-Autos und Autos mit Hybridantrieb auf 0,5 Prozent des Listenpreises gesenkt. Der Steuervorteil zeigte Wirkung: Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie stieg die Neuzulassung von Dienstwagen mit Elektroantrieb um 58 Prozent auf 16.900 Fahrzeuge. Zunächst sollte diese Steuerbegünstig 2021 auslaufen. Jetzt hat das Bundeskabinett beschlossen, die Förderung bis 2030 zu verlängern. Das Finanzministerium soll darüber hinaus signalisiert haben, dass man offen dafür sei, die Besteuerung auf 0,25 Prozent des Listenpreises abzusenken. Das parlamentarische Verfahren wird hier die Entscheidung bringen. Für diejenigen, die den geldwerten Vorteil mit Hilfe eines Fahrtenbuchs ermitteln, gelten die Steuervorteile übrigens sinngemäß.

Auch die Überlassung von Diensträdern ist seit Anfang des Jahres steuerfrei.

Erleichterungen sind auch für die Nutzer von E-Autos vorgesehen. Können sie ihre Wagen beim Arbeitgeber aufladen, bleibt der Wert des Stroms für sie steuerfrei. Diese Regelung soll ebenfalls bis 2030 gelten. Weiter hat das Bundeskabinett Sonderabschreibungen von 50 Prozent auf Elektro-Lieferfahrzeuge beschlossen. Diese sollen aber nur für gewerblich genutzte Elektro-Lieferfahrzeuge gelten und beschränken sich auf kleine und mittelgroße Fahrzeuge.

Nach wie vor gibt es aber ein Problem mit der Lade-Infrastruktur. Auch hier hat das Verkehrsministerium ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: Bis 2030 soll es bundesweit 300.000 Ladestationen geben. Es gelte, ein Henne-Ei-Problem zu lösen, betonte Ministeriumssprecher Ingo Strater. Bisher seien 300 Millionen Euro in das Förderprogramm der Lade-Infrastruktur geflossen. Ende 2018 gab es in Deutschland 17.400 öffentlich zugängliche Ladepunkte.

Nicht einmal jeder Dritte meldet die Attacke

Die Dunkelziffer liegt hoch, viele melden den Schaden gar nicht erst. Das erschwert die reale Einschätzung der Gesamtproblematik. Dazu hat die Bitkom-Studie ermittelt, dass nicht einmal jedes dritte betroffene Unternehmen (31 Prozent) staatliche Stellen einschaltet. Hauptgrund dafür, sich nicht an die Behörden zu wenden, ist die Angst vor Imageschäden. Das geben 41 Prozent der Unternehmen an, die auf das Einschalten staatlicher Stellen verzichtet haben. Fast jedes dritte Unternehmen erklärt, man habe auf eine entsprechende Benachrichtigung verzichtet, weil man Angst vor negativen Konsequenzen habe (35 Prozent), weil die Täter ohnehin nicht gefasst würden (34 Prozent) oder weil der Aufwand zu hoch sei (29 Prozent). Bei Ärzten, MVZ oder Krankenhäusern drohen außerdem noch Geldbußen oder Strafen durch Behörden, falls der Datenverlust auf Fahrlässigkeit zurückzuführen ist. 

Fahrräder

Verlängert werden auch die Steuervorteile für Diensträder. Die kostenfreie Überlassung von Diensträdern ist ebenfalls seit Anfang des Jahres steuerfrei. Auch diese Regelung war bisher bis 2021 befristet und soll jetzt bis 2030 verlängert werden. Das gilt gleichermaßen für mechanische wie für elektrische Fahrräder. Zu beachten ist, dass die Überlassung nur dann steuerfrei ist, wenn sie zusätzlich zum Arbeitslohn erfolgt. Eine sogenannte „Entgeltumwandlung“ ist nicht möglich.

Können Sie Ihren Wagen beim Arbeitgeber aufladen, bleibt der Wert des Stroms für Sie steuerfrei.

Bus und Bahn

Ebenfalls zum Jahresbeginn wurden Jobtickets steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt. Allerdings unter Anrechnung auf die Entfernungspauschale. Künftig soll das Jobticket vom Arbeitgeber pauschal mit 25 Prozent versteuert werden können. Für den Arbeitnehmer entfällt dann die Anrechnung auf die Entfernungspauschale. Zu beachten ist, dass das Jobticket zusätzlich zum Arbeitslohn bezahlt wird. Bisher galt eine Freigrenze von 44 Euro als Zuschuss des Arbeitgebers zur Fahrkarte. Diese Freigrenze kann jetzt für andere Zuschüsse genutzt werden.

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