Abrechnung

Ärztliche Beratung zur Patientenverfügung


Abrechnung  Patientenverfügungen müssen noch nicht eingetretene medizinischen Situationen und die gewünschten Konsequenzen konkret bezeichnen. Das ist für Patienten nicht einfach, ärztliche Beratung ist hilfreich. Damit stellen sich folgende Fragen: Welche GOÄ-Ziffern können berechnet werden? Und: Welche rechtlichen Voraussetzungen müssen zuvor erfüllt sein?


Text: Peter Gabriel

Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigt nach deutschem Recht eine Person eine andere Person, im Falle einer Notsituation alle oder bestimmte Aufgaben für den Vollmachtgeber zu erledigen. Mit der Vorsorgevollmacht entscheidet der Bevollmächtigte anstelle des nicht mehr entscheidungsfähigen Vollmachtgebers.

Die Vorsorgevollmacht hat einen anderen Regelungsgehalt als die Patientenverfügung, in der nicht verfügt wird, wer handeln soll, sondern der Verfügende regelt hier selbst, was etwa im Fall unheilbarer Krankheit geschehen soll. Die Patientenverfügung bezieht sich also auf medizinische Maßnahmen wie ärztliche Heileingriffe und steht meist im Zusammenhang mit der Verweigerung lebensverlängernder Maßnahmen. Sie ist nur dann anzuwenden, wenn der Patient nicht entscheidungs- oder einwilligungsfähig ist.

Patientenverfügungen müssen die noch nicht eingetretenen medizinischen Situationen und ihre gewünschten Konsequenzen hinreichend konkret bezeichnen. Es empfiehlt sich daher, möglichst genau zu beschreiben, in welchen Situationen die Behandlungswünsche aus der Patientenverfügung greifen sollen.

Ein typisches Beispiel könnte lauten: „… sind meine Lebensfunktionen derart beeinträchtigt, dass ich aufgrund schwerer Gehirnschädigung meine Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, verloren habe …, dann möchte ich nicht künstlich beatmet werden, es soll keine Reanimation erfolgen oder keine Antibiotika verabreicht werden …“.

Mögliche Abrechnungspositionen

Fazit: Worum es geht

In der Patientenverfügung bestimmt der (spätere) Patient, welche Handlungen durchgeführt oder unterlassen werden sollen. Die Patientenverfügung regelt dagegen nicht, welche Personen die sich daraus ergebenden Entscheidungen treffen dürfen bzw. dafür sorgen sollen, dass der Patientenwille in die Tat umgesetzt wird. Die Auswahl dieser Personen kann in einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung vorgenommen oder zumindest beeinflusst werden.

Wie können Sie aktiv werden?

Sie können eine ausführliche Beratung des Patienten zum Inhalt der Patientenverfügung vornehmen und die verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung, auf den individuellen Gesundheitszustand des Patienten bezogen, aufzeigen. Hierbei handelt es sich nicht um eine Kassenleistung oder eine Leistung, die von einer privaten Krankenversicherung regelhaft ersetzt wird, sondern um eine typische Wunschleistung des Patienten, die nach der GOÄ vergütet wird. Darüber hinaus kommen verschiedene Abrechnungsmöglichkeiten in Betracht, die sich nach dem Einzelfall richten. Zuvor sollte der Patient eine Erklärung unterschreiben, dass er ausdrücklich bestimmte Leistungen als individuelle Gesundheitsleistungen wünscht.

Muster-Dokumente

BSG-Urteil ist ein Baustein im Gebilde namens Regulatorik

Wir haben für Sie ein Muster einer Erklärung vorbereitet und zeigen Ihnen gerne die verschiedenen Möglichkeiten der Abrechnung auf.

Die jeweiligen Steigerungsfaktoren sind nach den Vorgaben der GOÄ unter Berücksichtigung von Schwierigkeitsgrad und Zeitumfang der einzelnen Leistung sowie der Umstände bei der Ausführung zu bestimmen. Regelsatz für eine durchschnittliche Leistung ist der Faktor 2,3. Die Bewertung der Nummer 34 GOÄ stellt auf eine Gesprächsdauer von 20 Minuten ab. Bei der Anwendung des Höchstsatzes von 3,5 umfasst die Nummer 34 ein Gespräch von ca. 30 Minuten Dauer. Wird davon ausgegangen, dass das Beratungsgespräch länger als 30 Minuten dauert, kann vor Beginn des Gesprächs eine Honorarvereinbarung abgeschlossen werden.

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