Wir leben in einer Zeit des rasant beschleunigten Wandels. Schon lange vollzieht sich eine Entwicklung von der klassischen Einzelpraxis hin zu größeren Einheiten. Bereits hinter dieser Strukturveränderung stehen mannigfache Gründe. Heute sind es vor allem der demografische Wandel, die exponentielle Zunahme medizinischen Wissens sowie gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen, die den Möglichkeiten und der Wahrnehmung der Möglichkeiten der Berufsausübung ihr Gepräge verleihen. Der demografische Wandel führt zu einem steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung. Gerade junge Ärzte nehmen die Explosion medizinischen Wissens intensiv wahr. Das führt zu neuen Arbeitsweisen. Strukturen, in denen Wissen und Verantwortung geteilt werden, sind nicht nur attraktiver, sondern schlicht Notwendigkeit, um der hohen Verantwortung des Arztberufes und letztlich auch der Berufshaftpflichtversicherungen Genüge tun zu können. Angebote wie „Ada. Deine Gesundheitshelferin“, die die Bibliothek verfügbaren Wissens mittels künstlicher Intelligenz für den Einzelfall erschließen, werden voraussichtlich in nicht allzu ferner Zukunft Standards zur Vorbereitung der eigentlichen Behandlung sein. Gleichzeitig wandelt sich die Gesellschaft. Damit ist nicht nur die Feminisierung der Medizin gemeint, sondern die Pluralität von Lebensentwürfen und Lösungsstrategien, um Familie und Beruf(ung) miteinander zu vereinbaren. 

Medizinische Ver­sor­gung darf nicht gewinngetrieben sein.

Unweigerlich werden sich die Versorgungsstrukturen weiter verändern müssen. Medizinische Versorgungszentren sind eine Antwort auf den Wandel. Rund 2900 dieser Zentren gibt es heute, die jährlichen Zuwachsraten liegen im zweistelligen Bereich. Zunehmend rücken sie aber in den Fokus von Private-Equity-Gesellschaften, die immer auf der Suche nach lukrativen Investmentmöglichkeiten sind. Doch: Medizinische Versorgung darf nicht gewinngetrieben sein. Die rasanten Veränderungen um uns herum können wir nicht stoppen. Es ist jetzt an uns, aus der Ärzteschaft heraus Angebote zu machen, die den Herausforderungen des skizzierten Wandels begegnen. Damit weiterhin der dem hippokratischen Eid und der Freiberuflichkeit verpflichtete Arzt für die Behandlung des Patienten einsteht und nicht das Kapital.

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