PVS Positionen

Gralshüter der Dualität


Auszeichnung Im Rahmen seiner diesjährigen Hauptversammlung zeichnete der PVS Verband Herrn Dr. Volker Leienbach mit der Harald-Titze-Ehrenmedaille aus. „Dr. Leienbach hat wie wohl kein zweiter an der vordersten Linie der gesundheitspolitischen Front gekämpft, um die politisch intendierte Vereinnahmung des privaten Krankenversicherungssystems abzuwehren“, begründete der Verbandsvorsitzende Dr. Christof Mittmann die Entscheidung.


Text: Ulrike Scholderer

Von 2002 bis zum März dieses Jahres bekleidete Dr. Volker Leienbach das Amt des Direktors des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV Verband). Seine Amtszeit war geprägt von einer nicht endenden Reihe von Angriffen auf das private Krankenversicherungssystem. 2002 regierte eine rot-grüne Koalition. Ulla Schmidt war Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung. Sie setzte eine Kommission ein, die sich mit der Nachhaltigkeit der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme befassen sollte. Dieese Kommission, die schon bald nach ihrem Vorsitzenden kurz Rürup-Kommission genannt wurde, forderte die Einführung einer Bürgerversicherung – eine Forderung, die seitdem vor jeder Bundestagswahl vonseiten des rot-grünen Parteienspektrums wieder aufs Tapet gebracht wird. Ulla Schmidt selbst schloss sich dieser Forderung auf das Vehementeste an. So wurde es zur zentralen Aufgabe von Dr. Leienbach, die nachteiligen Auswirkungen einer Einheitsversicherung sowohl für die Patienten als auch die Leistungserbringer zu verdeutlichen. Das tat er offensichtlich mit Erfolg – denn bis heute wurde eine Bürgerversicherung nicht realisiert. In der Diskussion um das Wettbewerbsstärkungsgesetz drohte die Einbeziehung der PKV in den Risikostrukturausgleich der GKV. Das wäre ein entscheidender Schritt in Richtung einer Einheitsversicherung gewesen. Doch das konnte politisch abgewehrt werden. Das Wettbewerbsstärkungsgesetz verpflichtete die PKV, einen systemwidrigen Basistarif einzuführen. Der PKV Verband klagte daraufhin vor dem Bundesverfassungsgericht. Die Klage wurde zwar abgewiesen, gleichzeitig stellte das Bundesverfassungsgericht aber klar, dass GKV und PKV zwei selbstständige Systeme sind, die nebeneinander Bestand haben. 

Dr. Leienbach hat sich all diesen politischen Angriffen auf die private Säule des dualen Krankenversicherungssystems mit großem Engagement entgegengestellt. Sein Einsatz galt stets dem Erhalt dieses Systems, das, so zeigen es internationale Vergleiche, als Garant des hohen Versorgungsniveaus in Deutschland gesehen werden muss. Mit der Verleihung der Harald-Titze-Ehrenmedaille dankt der PVS Verband für dieses Engagement, das immer auch ein Engagement für ein privatärztliches Versorgungsangebot war.

Der PVS Verband verleiht die Harald-Titze-Ehrenmedaille auf Beschluss des Vorstandes an Personen, die sich in besonderer Weise um die Bedeutung der privatärztlichen Medizin, die Weiterentwicklung der Gebührenordnung für Ärzte und die zukunftsfähige Gestaltung des Gesundheitssystems verdient gemacht haben. Vergeben wird diese Auszeichnung in Gedenken an Dr. med. Harald Titze, der von 1988 bis 2000 Vorsitzender des PVS Verbandes war. 

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