Achten Sie (auf) sich!

Wege zu mehr Arztgesundheit

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Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser

„Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlergehen und meine Fähigkeiten achten, um eine Behandlung auf höchstem Niveau leisten zu können“, heißt es im Genfer Gelöbnis. Studien zeigen aber, dass Ärztinnen und Ärzte dazu neigen, sich selbst hintanzustellen. In Klinik und Praxis dreht sich alles um die Patienten mit ihren Leiden, Hoffnungen, Ängsten und Sorgen. Stets für diese da zu sein, ist ein wesentlicher Teil des ärztlichen Selbstverständnisses. Und jetzt, da sich in immer mehr Regionen zeigt, dass es viel zu wenig Medizinerinnen und Mediziner gibt, um den Behandlungsbedarf erfüllen zu können, nimmt die Belastung für jeden praktizierenden Arzt spürbar zu. Um so wichtiger wird es, gegen die selbst auferlegte Verpflichtung, bis über die Grenzen der eigenen Belastbarkeit hinaus zu arbeiten, anzugehen. Unsere herzliche Bitte an Sie ist: Bitte achten Sie auf sich. Denn wir alle brauchen Sie.

Ein optimal funktionierendes Praxisteam, eine gute Arbeitsatmosphäre auf der Station können einen erheblichen Teil dazu beitragen, Sie zu entlasten. Aber wie bekommt man das hin, dass alles wie am Schnürchen läuft, alle wissen, welche Funktion sie im System Praxis oder Klinik haben, und vor allem gern zusammenarbeiten? Mitarbeiterführung ist nichts, was auf dem Lehrplan des Medizinstudiums steht. Vielmehr ist sie eine zusätzliche Herausforderung, die meist mit einem Sprung ins kalte Wasser beginnt. Doch es gibt Hilfe. Die Bundesärztekammer hat ein Curriculum entwickelt, das Schlüsselkompetenzen vermitteln soll. Im Mittelpunkt stehen Führungsansätze, vor allem aber die Entwicklung eines eigenen Führungs- und Kommunikationsstils.

Besondere Aufmerksamkeit möchte ich auf den gesundheitspolitischen Beitrag von Dr. Dorothea Siems lenken. Sie arbeitet klar heraus, welche Finanzierungsprobleme durch den demografischen Wandel auf die Sozialversicherungen zukommen. Jens Spahns Politik der Spendierhosen mag zwar aktuelle Notlagen lindern, ist aber langfristig gefährlich. Deutlich wird: Umlagefinanzierung und Steuerzuschüsse werden schon bald an ihre Grenzen stoßen. 

Es ist also wieder ein buntes Portfolio an Themen, das wir für Sie zusammengestellt haben. Wir wünschen Ihnen eine anregende und informative Lektüre!

Ihre

Ulrike Scholderer
Chefredakteurin

Ulrike Scholderer 

ist stellvertretende Geschäftsführerin des PVS Verbandes und verantwortlich für den Bereich Kommunikation.

Themen dieser Ausgabe
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