Gewalt

Die Aggression gegenüber Ärzten steigt

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Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser

es ist ein erschreckendes und beängstigendes Thema, das wir uns mit dieser Ausgabe auf die Agenda gesetzt haben. Die Gewalt gegen Ärzte und Pflegekräfte nimmt zu. Das belegen Studien sowohl für die Situation in den Arztpraxen als auch in den Krankenhäusern und Pflegeheimen. Besonders gefährdet sind Notaufnahmen. Lange Wartezeiten und Probleme mit alkoholisierten Patienten führen hier immer wieder zu Spannungen und Übergriffen. Dr. Dirk Heinrich, HNO-Arzt in Hamburg Horn und Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes konstatierte anlässlich der Vorstellung des Ärztemonitors 2018, der sich mit Gewalt in den Arztpraxen befasst, dass der Respekt vor Ärzten generell abgenommen habe. „Meistens entzünden sich die Angriffe daran, dass Patienten nicht das bekommen, was sie wollen. Manche wollen sofort drankommen, andere fordern bestimmte Medikamente.“

Es ist gut, dass das Thema nicht länger bagatellisiert wird. Denn es müssen Wege gefunden werden, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Praxen, Heimen und Krankenhäusern wie auch die Ärztinnen und Ärzte selbst zu schützen. Erste Erfahrungen zeigen, dass es vor allem Deeskalationstrainings sind, die helfen, mit schwierigen Situationen besser zurechtzukommen.

Um Lösungen geht es auch beim Thema Praxisabgabe. Denn die Übergabe der eigenen Praxis an einen Nachfolger ist ein überaus komplexes Thema. Es sind viele steuerliche und rechtliche Klippen zu umschiffen, damit die Nachfolge reibungslos und zur Zufriedenheit aller über die Bühne gehen kann. Im Interview erläutert Harald Engel, Rechtsanwalt und Betriebswirt aus Wuppertal, die wichtigsten Aspekte einer gelingenden Praxisübergabe. Am erstaunlichsten ist vielleicht das Zeitfenster, das er benennt: Man solle mit einem Vorlauf von 10 bis 15 Jahren rechnen. 

Erstaunliche Perspektiven eröffnet auch das Crowdfunding. Während aktuell die Verzinsungen kaum noch spürbar sind, scheinen hier Renditen von fünf bis 11 Prozent erzielbar zu sein, schon für Einlagen ab 100 Euro. Allerdings warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstaufsicht auch davor. Denn im Ernstfall, wenn es also zur Insolvenz kommt, wird die Geldanlage wie Eigenkapital behandelt und das bedeutet: nachrangig. Es gilt also, Chancen und Risiken gut abzuwägen!

Ulrike Scholderer
Chefredakteurin

Ulrike Scholderer 

ist stellvertretende Geschäftsführerin des PVS Verbandes und verantwortlich für den Bereich Kommunikation.

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