PVS Positionen

Besuche richtig abrechnen


Abrechnung  In der Gebührenordnung für Ärzte gibt es mit den Nummern 48, 50, 51 und 52 gleich vier verschiedene Gebührenordnungspositionen für Besuche. Doch wann muss welche Nummer angesetzt werden und welche Leistungen können zusätzlich berechnet werden?


Text: Dr. Jörg Schellenberger

Grundsätzlich wird der Besuch eines Patienten auf einer Pflegestation nach Nummer 48 abgerechnet. Diese Nummer beinhaltet bereits eine Beratung nach Nummer 1. Eine symptombezogene oder körperliche Untersuchung nach den Nummern 5, 6, 7 oder 8 kann zusätzlich berechnet werden. Angesetzt werden sollte Nummer 48 aber nur, wenn der komplette Leistungsinhalt auch tatsächlich erfüllt ist: Der Arzt besucht den Patienten auf einer Pflegestation (etwa im Alten- oder Pflegeheim) im Rahmen einer regelmäßigen Tätigkeit zu vorher vereinbarten Zeiten. Fehlt ein Element, wie beispielsweise „regelmäßige Tätigkeit“ oder „auf der Pflegestation“, kommt GOÄ-Nummer 50 zum Zuge: Besuch einschließlich Beratung und symptombezogener Untersuchung. Zu beachten ist, dass neben der Nummer 50 die Nummern 1 (Beratung) und 5 (symptombezogene Untersuchung) nicht berechnungsfähig sind. 

Die Untersuchung nach den Nummern 6, 7 oder 8 können neben den Nummern 48 oder 50 abgerechnet werden. Im Gegensatz zu den Nummern 50 und 51 kann bei der Leistung nach Nummer 48 auch die symptombezogene Untersuchung nach Nummer 5 berechnet werden. Wird die Nummer 50 in Kombination mit einer Untersuchung außerhalb der Sprechstunde erbracht, darf der Zuschlag A zusätzlich berechnet werden. Wird zur gleichen Zeit, in derselben häuslichen Gemeinschaft ein weiterer Patient besucht und behandelt, kann nur die GOÄ-Nummer 51 in Ansatz gebracht werden. Leben die Patienten im Altersheim, aber jeder für sich in einer eigenen Wohnung, kommt nicht Nummer 51, sondern Nummer 50 zum Ansatz. Denn dann handelt es sich nicht um eine häusliche Gemeinschaft, sondern um eine soziale Gemeinschaft. 

Gemäß den allgemeinen Bestimmungen zum Kapitel B V können, unter Beachtung der Ausschlüsse, gegebenenfalls die Zuschläge nach E – H berechnungsfähig sein sowie K2 u. a. zu den Leistungen nach den Nummern 48, 50 und 51 bei Kindern bis zum vollendeten 4. Lebensjahr.

Wegegeld

Zusätzlich zu diesen Besuchen kann Wegegeld nach § 8 GOÄ berechnet werden. Das Wegegeld richtet sich nach dem Entfernungsradius, berechnet von der Praxis oder der Wohnung des Arztes. Zu beachten ist, dass bei einem Besuch von mehreren Patienten in einem Heim, Alten- oder Pflegeheim oder in einer häuslichen Gemeinschaft das Wegegeld unabhängig vom Versichertenstatus (Kassen u. Privat) insgesamt nur einmal und nur anteilig berechnet werden darf. Werden in einem Altenheim fünf Patienten besucht, bei denen zwei Patienten Privatpatienten sind, darf dem Privatpatienten also jeweils nur ein Fünftel des Wegegeldes berechnet werden. Besucht der Arzt allerdings in einem Hochhaus fünf Patienten in jeweils eigenen Wohnungen, wobei zwei Patienten Privatpatienten sind, darf er bei jedem dieser beiden Patienten den Besuch nach Nummer 50 sowie auch das volle Wegegeld abrechnen, eventuell zuzüglich Zuschlägen, weiteren erbrachten Leistungen und Auslagen. 

Die GOÄ-Nummer, zu der kein Wegegeld berechnet werden darf, ist die GOÄ-Nummer 52 (Aufsuchen eines Patienten außerhalb der Praxisräumlichkeiten oder des Krankenhauses durch nichtärztliches Personal im Auftrag des niedergelassenen Arztes). Auch wenn hier kein Wegegeld berechnet werden darf und die Nummer nur mit dem einfachen Gebührensatz bewertet wird, vergessen Sie bitte nicht, die gegebenenfalls bei den Patienten durchgeführten Leistungen, wie z. B. Blutentnahme, Katheterwechsel, Verbandwechsel etc., zu berechnen.

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