PVS-Positionen

Es scheint ein Naturgesetz zu sein. Mit vorhersagbarer Regelmäßigkeit beginnt in allen Organisationen, in denen Haupt- und Ehrenamt zusammenarbeiten, der Streit darüber, wer das Sagen hat. Wir sind auf diese Zusammenarbeit angewiesen. In Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Sportvereinen genauso wie in Parteien, Arbeitgeberverbänden und Institutionen wie der Industrie- und Handelskammer. Im Gesundheitswesen sind es die vielfältigen Standesorganisationen, Berufsverbände und Fachgesellschaften, die KVen und Kammern, die auf das gelingende Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt bauen. Die Ehrenamtler erfüllen eine unverzichtbare Aufgabe: Aus ihrer täglichen Praxis heraus definieren sie die zu lösenden Aufgaben. Die Lösungswege werden dann in den Organisationen erarbeitet. Hier übernehmen die Hauptamtler ihrerseits unverzichtbare Aufgaben. Und gleichzeitig werden für sie – das liegt in der Natur der Sache – die Organisationen zum Zweck an sich. Der Konflikt ist vorprogrammiert.

 

Die Ehrenamtler erfüllen eine unverzichtbare Aufgabe: Aus ihrer täglichen Praxis heraus definieren sie die zu lösenden Aufgaben.

 

Das alles ist auch in den Privatärztlichen Verrechnungsstellen so. Wir Ärzte haben Privatärztliche Verrechnungsstellen gegründet, um uns von Verwaltungsaufgaben zu entlasten, um mehr Zeit für unsere Berufung zu haben. Unsere Verrechnungsstellen sind so etwas wie kleine und mittelständische Unternehmen. Wir brauchen hier Juristen, Betriebswirte und Abrechnungsspezialisten, um dem Markt, den sich ständig ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen und der immer weiter ansteigenden Regelungsdichte des Gesundheitswesens die Stirn bieten zu können. Wir Ärzte sind auf den Rat und die Fachkompetenz unserer Mitarbeiter in den Verrechnungsstellen angewiesen. Aber: Verrechnungsstellen sind von Ärzten geleitete Einrichtungen, die privatärztlich tätige Mediziner entlasten. Ihre Werte, Grundausrichtungen und Dienstleistungsangebote bestimmen wir als diejenigen, die die Verantwortung tragen, mit unserer Erfahrung aus der Praxis. Haupt- und Ehrenamt sind ohne einander nicht denkbar. Wir brauchen einander, müssen unsere Konflikte austragen, zu gemeinsamen Lösungen finden – und dann nach außen mit umso stärkerer Stimme sprechen. 

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