PVS-Positionen

Die Wellen schlagen hoch. Nachdem erste Einzelheiten zu dem von Bundesärztekammer und PKV-Verband ausgearbeiteten GOÄ-Novellierungsvorschlag bekannt geworden sind, ist der Streit darüber entbrannt, ob die eingeschlagene Richtung stimmt. Die Ärzteverbände drängen auf umfassende Information und fordern einen außerordentlichen Ärztetag. Die Zahnärzteschaft lehnt die neue GOÄ rundweg ab. Sie befürchtet, dass aus der GOÄ eine Erstattungsgebührenordnung mit festen Einfachsätzen wird. Eine Generalkritik an der neuen GOÄ halte ich für verfrüht. Noch liegen zu wenig Details auf dem Tisch. Zu einem intensiv diskutierten Kritikpunkt möchte ich mich dennoch heute schon zu Wort melden. Es geht um das maschinenlesbare Rechnungsformular. Nach allem was bekannt ist, sieht der Paragrafenteil offenbar vor, dass die Fälligkeit des Honorars an die Verwendung eines solchen Formulars geknüpft wird. Was wäre daran falsch? Wir müssen zugeben: Das heute noch über weite Strecken praktizierte Verfahren, dem Patienten per Post eine Rechnung zu schicken, die der Patient dann wieder per Post an seine Versicherung weitergibt, die diese Rechnung dann manuell übertragen muss, bevor der Patient eine Erstattung erhält, passt nicht mehr in unsere Zeit. Das kostet Zeit und Geld und ist Ursache vieler Missverständnisse und Fehler. Es liegt im Interesse aller, Verfahren zu verschlanken und Prozesskosten zu senken.

 

GOÄ-Novelle: Wir müssen bereit sein, alte Zöpfe abzuschneiden.

Unserem Kernanliegen schadet das nicht. Uns geht es darum, das privatärztliche System als notwendige Ergänzung und Korrektiv zur GKV zu erhalten. Und dieses System steht und fällt mit der Kostenerstattung. Nur indem der Patient die Rechnung seines Arztes sieht und prüft, auf welchem Wege auch immer, kann er den Behandlungsprozess verantwortungsvoll mitgestalten. Nur so entsteht Kostentransparenz. Genau dadurch ist das private System dem gesetzlichen so überlegen. 

Wir müssen bereit sein, alte Zöpfe abzuschneiden. Und wir müssen bereit sein, technisch im 21. Jahrhundert anzukommen. Unsere Profession praktizieren wir nach dem aktuellen Stand der medizinischen Kunst. Dann sollten wir auch in der Abrechnung auf der Höhe der Zeit sein. Zugeständnisse können wir machen, solange wir unser eigentliches Ziel nicht gefährden. Maschinenlesbare Rechnungsformulare sind kein Angriff auf das Prinzip der Kostenerstattung.

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