Wir müssen, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, auch über die Vergütung der Ärzte für Kassenpatienten sprechen.“ Das kündigte der designierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unmittelbar nach dem Sonderparteitag der CDU an. Quasi als ersten „Amtsakt“. Ja, Herr Spahn, das müssen wir! Für uns niedergelassene Ärzte sind die GKV-Versichertenkarten nichts anderes als die bunten All-inclusive-Bändchen der Tourismusbranche. Seit fünfundzwanzig Jahren wird Kostenbegrenzung durch Budgetierung und Preisabstaffelungen zu Lasten der Ärzte betrieben. Jeden Tag kämpfen wir uns aufs Neue durch das Hamsterrad der Flatrate-Medizin. Es ist höchste Zeit, ernsthaft über Vergütungen zu reden.

Es ist höchste Zeit, ernsthaft über Vergütungen zu reden.

 

Der Koalitionsvertrag spricht von einem modernen Vergütungssystem. EBM und GOÄ sollen reformiert werden. Bei der GOÄ sind Bundesärztekammer, PKV und Beihilfe nach langen Verhandlungen auf einem guten Weg. Und für den EBM liegt die Lösung auf der Hand: Er gehört abgeschafft. An seine Stelle muss eine Einzelleistungsvergütung treten. Wir sind überzeugt, wir brauchen keine zwei verschiedenen Abrechnungssystematiken für GKV und PKV. Eine aktuelle Gebührenordnung für Ärzte reicht vollkommen aus. Der Arzt behandelt seinen Patienten, erstellt eine Rechnung. Der Patient begleicht die Rechnung und reicht sie bei Versicherung oder Kasse ein. Kostenerstattung garantiert Transparenz und die ist notwendig, damit der Patient verantwortungsvoll mit den Ressourcen der Versichertengemeinschaft umgehen kann. Eindrücklich hat der EBM gezeigt, dass Kostensteuerung ohne die Einbeziehung des Patienten nicht funktioniert. Gern stellen wir Ihnen unser Konzept, wie ein sozial abgefedertes Modell, basierend auf der Gebührenordnung für Ärzte, in der GKV aussehen kann, im persönlichen Gespräch vor.

Das ist auch der Schlüssel zur „gerechten“ Terminvergabe. Denn wir Ärzte üben einen freien Beruf mit unternehmerischem Risiko aus. Selbstverständlich ist, dass Notfälle immer behandelt werden, in der Diskussion um die Terminvergabe keine Rolle spielen. Genauso selbstverständlich ist aber, dass bei planbaren Behandlungen auch unternehmerische Überlegungen zum Tragen kommen. Der Königsweg sind Einzelleistungsvergütungen.