Die Doppelrolle

Familie und Arztberuf unter einen Hut zu bringen, ist schwierig, aber machbar. 

Titelartikel lesen

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser

ja, es herrscht Wahlkampf in Deutschland. Aber nicht auf unserem Titelbild. Mit der Farbe des Hintergrundes wollen wir Ihnen also keinesfalls ans Herz legen, bei der kommenden Bundestagswahl für eine Partei zu votieren, deren Ziel eine alternative spirituelle Politik im neuen Zeitalter ist. Obwohl das gesundheitspolitische Programm der Partei überraschend fein ausgearbeitet ist, auf Wahlfreiheit, Eigen­­verantwortung und Kostentransparenz setzt …

Nein, wir wollen ganz bewusst Assoziationen zu „Frau­enthemen“ wecken, im Hintergrund. Denn unser Titel­thema ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Arzt­beruf ist alles andere als ein Nine-to-Five-Job, das ist klar. Aber muss man auf eine Familie verzichten, wenn man in diesem Beruf Karriere machen möchte? Die Hälfte aller Medizinstudentinnen glaubt, dass das so ist, das ist das Ergebnis einer Umfrage des Hartmannbundes. Das kann und darf schlechterdings nicht sein. Deshalb haben wir uns umgeschaut. Was wird getan und was kann man selbst tun, um diesen Spagat zu schaffen? Dabei zeigt sich auch: Es ist längst kein reines Frauenthema mehr. Denn immer mehr Männer wollen mehr als Gute-Nacht-Kuss-Papis sein. Das gilt auch für Ärzte.

Dazu passend haben wir ein überaus ­kontroverses The­ma aufgegriffen. In ihrem Gastkommentar wirft Dorothea Siems die Frage auf, ob wir eine Männer­quote für das Me­dizin­studium brauchen. Tatsache ist, dass weit­aus mehr Frauen als Männer Medizin studieren. Ein Grund: Es machen mehr Mädchen als Jungen Abitur, und das auch noch mit besseren Noten. Der Numerus clausus führt dann zu dem, was vielerorts als „Feminisierung“ der Medizin beschworen wird.

Aber natürlich geht der Wahlkampf auch an unserem Magazin nicht vorüber. Die Bürgerversicherung wird von bestimmten politischen Parteien erneut als gesundheitspolitisches Allheilmittel beschworen, während gleichzeitig der PKV der baldige Tod prophezeit wird. Deshalb berichten wir über eine aktuelle Studie, die sich mit den konkreten Auswirkungen einer Bürgerversicherung auf die ambulante medizinische Versorgung befasst, und fragen Dr. Volker Leienbach, den Direktor des PKV Verbandes, wie es um die Gesundheit seiner Mitglieder tatsächlich bestellt ist.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen Ihrer zifferdrei.

Ulrike Scholderer
Chefredakteurin

Ulrike Scholderer 

ist stellvertretende Geschäftsführerin des PVS Verbandes und verantwortlich für den Bereich Kommunikation.

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